Leipzig und die Organe
Wieder einer dieser Skandale rund um die Transplantationsmedizien. Für mich erscheint es inzwischen so, als wäre es die Regel, dass die Sachen nicht so sauber und ordentlich wie sie in der Öffentlichkeit diskutiert werden, sind. Ob Steinbrücks Vorträge oder die vermutete Bestechung bei Medizinern, der KiKa Skandal in Erfurt, die Müllverbrennungsanlagengeschichten auch in Köln oder die verhängten Strafen gegen die frühere Finanzchefin der Lkw-Tochter Sabine Drzisga aktuell und Media Markt Mensch Michael Rook, überall erscheinen Blüten der Pflanzengattung Korruption.
Zurück zur Medizin. Ein kleiner Haken zu der angeblich notwendigen Blutwäsche und schon werden Patienten bevorzugt. Nun überschlagen sich die Medien wieder mit der Berichterstattung und Verbandsvertreter betonten, dass dies nur Einzelfälle sind. 1% der Ärzte sind vielleicht ein kleines bisschen korrupt, hört man da.
Und ich wundere mich.
Wer schon mal in den Praxen der Mediziner war, sieht dort Unmenge Schreibgeräte, Schreibblocks, Terminkärtchen, Büroklammermagneten in den ausgefallensten Formen und so viele andere schöne Kleinigkeiten und überall steht ein Pharmahersteller, eine Medikamentenbezeichnung drauf.
Alles “nette” kleine Goodies und die wenigsten dürften zu dem regulären Handelspreis gekauft worden sein. Und wenn ich mich so umhöre, erfahre ich, dass auch so manche besonders wirksame und teuere Pille dem Mediziner für die private Nutzung dagelassen wird. Die Software, die die Praxen vergünstigt bekommen, schlagen natürlich auch ausgewählte Präparate vor, sicherlich “ganz” unabhängig vom Softwaresponsor.
Bis vor 10 Jahren hab ich auch in Arztpraxen Dienstleistungen erbracht und so manche “nette” Kleinigkeit über die Software erfahren. Natürlich fällt da auch die Wochenendfortbildung darunter, die oft nicht nur gesponsert wird, sondern gleich komplett bezahlt wird oder der Vortrag und das Interview gegen erstaunlich viel Geld.
Aber alle sagen, Korruption und Biotoppflege in der Medizien.. nein, das sind nur ganz wenige schwarze Schafe.
Leider zeigt mir der persönliche Blick in die Praxen da ein anderes Bild.
Ich denke dabei, an die Regeln im Öffentlichen Dienst, den Lehreren und den Beamten. 10 Euro, oder 20 Euro Geschenke sind da teilweise die absolute Obergrenze und jede Zuwendung muss sofort angezeigt werden….
… und bei finanziellen “Zwangssystemen” wie den Krankenkassensystem oder auch dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk sollten zumindest auch derartige Regeln gelten, neben einer transparenten Veröffentlichung dieser Zuwendungen.
Aber ich träume schon wieder…


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