Das Miteinander und das Andere

Wieder nicht geschafft, zu veröffentlichen, jetzt reiche ichs mal nach. Bernd

Das Miteinander und das Andere

Heute haben sie sich gegründet, die Kollegen des Frankfurter Kollegiums. Man kann das sehen wie man will, nen Verein kann jeder gründen.

Früher™ haben wir ne wikiseite erstellt um politisch etwas zu erarbeiten. So ähnlich lautete mein Tweet dazu. Heute muss Bim am Ende der Vereinsgründung betonten, dass sie nur Postitionspapiere erarbeiten wollen. Ok, ich denke mir, dass die zumindest bei mir rare Freizeit bei ihnen jetzt noch durch Formal- und Verwaltungsfoo durch den Verein ausgefüllt.

Auch nicht mein Problem.

Von Pöstchengenerator kann man da schon ehr sprechen, Sprecher, Aufnahmekreis, Vorstand zeigen, dass es nun reichlich Titelchen gibt. Darunter auch die Ex-Pressesprecher der Piraten.

Auch egal.

Ich seh das recht gelassen, die kommunizierten Grundwerte sind das was in unserer Satzung mehr oder weniger schon drinsteht, neben Geschwurbel, das Interpretationsspielraum lässt und auch negativ ausgelegt werden kann.

Mir reicht:

Sie vereinigt Piraten ohne Unterschied der Staatsangehörigkeit, des Standes, der Herkunft, der ethnischen Zugehörigkeit, des Geschlechts, der sexuellen Orientierung und des Bekenntnisses, die beim Aufbau und Ausbau eines demokratischen Rechtsstaates und einer modernen freiheitlichen Gesellschaftsordnung geprägt vom Geiste sozialer Gerechtigkeit mitwirken wollen. Totalitäre, diktatorische und faschistische Bestrebungen jeder Art lehnt die Piratenpartei Deutschland entschieden ab.

Was mich mehr stört ist, dass unnötig Trennlinien gezogen werden und genau da wo wir zusammen finden müssten. Das als Beispiel der Zusammenarbeit bei der Gründung als Grund anzuführen klingt für mich absurd.

Wir standen mal für Teilhabe, für Politik die auf die Bürger hört, die miteinander Politik machen will,
Wir wollen das für das ganze Land, für die Bürger hier und das unabhängig vom Wahlalter.
Dazu ist es notwendig, dass man zusammen findet. Ich hab ja in den letzen Wochen nach dem BPT12.2 zu der Schulterschluss Sache und dem weiteren Vorgehen an unterschiedlichen Stellen meine Vorstellungen eingebracht.

Wenn ich jetzt „böse“ argumentieren will, würde ich sagen, dass die Vereinsgründung heute der Beweis war, dass die dort anwesenden Piratenpartei- Mitglieder sich aus dem System heraus genommen haben und gezeigt haben, dass sie das miteinander nicht können oder wollen.

Wenn wir das bei uns innerhalb der Partei nicht schaffen, wie wollen wir das mit den Bürgern zusammen schaffen?

Gut, eigentlich wollte ich ja gar nicht über den Verein schreiben.
Ich hatte ja Anfang der Woche schon nen langen Blogpost getippt und wieder einmal nicht veröffentlicht 😉

Ein Teil des Inhaltes habe ich unseren Vorsitzenden, den BuBernd direkt im Mumble am Mittwoch Abend gesagt. War wichtig, musste auch raus, denn das steckte nicht nur mir im Hals, sondern zahlreichen Piraten.

Mich interessiert es ja immer, wie wir wahrgenommen werden und da kuck ich weniger auf Twitter und online Medien, sondern rede mit so ganz normalen Menschen. Leute die auf Baustellen oder sonstwo arbeiten, die Bildzeitung lesen, die ein kleines Unternehmen führen oder Handwerksmeister sind. Normale Menschen halt. Auch junge Leute die bei Facebook aktiv sind und das Internet viel nutzen, aber ganz anders als wir Piraten.

Was hör ich da?

Erst ging es rund um Johannes Sandalen, dann natürlich um Julias Buch. Damit kam ein deutlicher Umschwung in die Wahrnehmung. Ich höre Sätze wie: ”Klar, wenns um den eigenen Geldbeute geht, dann werden die „schönen“ Forderungen der Partei vergessen„, „Die wirtschaften doch auch nur in ihre eigene Tasche„, „ so schnell wie die zu normalen Politikern wurden, ging es bei den anderen nicht“ und ähnliches höre ich dazu.
In diese Reihe passt auch die Sache mit Alex Morlang und die Veröffentlichung der Nebeneinkünfte. Sich da selbst nicht dran zu halten, denn „es sei ja nur ein Gesetzesvorhaben…„.

Typisch Politiker.

Wisst ihr wie das ankommt?

Und dann die plötzliche Einigkeit im BuVo, besonders zwischen BuBernd und Johannes. Beschrieben in wenig konkreten Worten, beamtenverdeutscht, intellektuell überheblich, nur keinen Klartext mehr reden.

Typisch Politker.

Schön wäre es wenn es im BuVo wirklich so wäre, denn nur zusammen werden wir gegen das System bestehen und unsere Intensionen durchsetzen können.

Das war mein persönliches Ziel beim Schulterschluss, dessen politische Forderungen nicht 100% meine sind, aber das Miteinander, das zuletzt noch massiv bedroht war, …und doch noch klappte, das war das Wichtige an dem Ding für mich.

Eben ein echtes Miteinander, da kann es auch mal thematisch gegeneinander gehen, da können deutliche Worte gesprochen werden, aber trotzdem muss der gemeinsame Weg ans Ziel vorrangig sein.

Und das ist weg. Das sehe ich nicht mehr. Fraktionen die sich von der Basis losgelöst haben, ein BuVo der irgendwas™ macht, sich intransparent bespricht und man aus den verschiedenen Löchern immer wieder mitbekommt, wie wer gegen wen schießt, wo das Vertrauen kaputt ist und die Leute nicht mehr bereit sind, sich auch nur ein bisschen zu bewegen.

Und damit mein ich jetzt nicht die shitstormende Basis, sondern ebenso die beauftragen SGs. Da werden thematische PMs die programmatisch gedeckt sind, nicht veröffentlicht, da werden Leute mit Dingen™ beauftragt die noch nie etwas in den Bereichen geleistet haben, nur weil es Friends sind oder es gerade für die eigene Position passt. Kein Vertrauen mehr in die Macher, kein Vertrauen mehr in die Basis. Kein MIteinander mehr, sondern oben wird bestimmt, und unten oft nicht mehr gemacht.

Es geht nur noch um die Fassade, den Machterhalt, ne Macht die es objektiv nicht gibt.

Und auf der anderen Seite haben wir Leute bei uns, die wollen ne schnelle Karriere und das nicht nur in der ersten Reihe, machen. Sie wollen sich positionieren, sie kapern Ideen und geben sie für eigene aus, sie arbeiten im Auftrag von Interessenvertretern und pirschen sich an. Sie kamen von anderem Parteien, sie waren schon länger bei uns und warteten auf ihren Moment.

Doch weder wir Piraten sind dumm, noch die Menschen da draussen. Und die Menschen merken das, und wir bekommen nach den Hype den Denkzettel per Umfrage dafür. Dankeschön. Wir brauchen den jetzt echt dringend!

Denn wir müssen endlich wieder miteinander ein Ziel verfolgen und das in Vordergrund stellen. Wir hatten einen Grund unsere Freizeit und mehr seit Jahren in den Haufen zu investieren, ich hatte es BuBernd diese Woche am Abend sehr deutlich gesagt. Das war kein persönlicher Angriff gegen dich Bernd, sondern ein klares Bekenntnis, dass ich nicht breit bin, meine Überzeugungen den etablierten politischen System unterzuordnen.

Ich will auch die verschiedenen Interna die es immer gibt und gegeben wird, also auch in einem transparenten System gar nicht weiter benennen, auch wenn sie wichtig sind um mein Handeln zu verstehen.

Was mir jedoch viel wichtiger ist, ist dass wir, –wie gestern bei der KoKo geschehen und auch bereits eine Woche zuvor bei dem Presse Marina Mumble–, dass wir merken, dass es nur gemeinsam geht etwas zu verändern. Die andere Seite hat Geld, echte Macht, Einfluss und unglaublich viele andere Mittel. Zusammen bezwingen wir sie trotzdem. Wir müssen ein Programm schreiben und das zusammen, sparsam und wohl überlegt. Wir müssen uns vorher streiten und die beste Formulierung finden, die wir zu 80% alle mittragen können. Und wir müssen die Menschen da draussen fragen, was ihnen wichtig ist, und warum wir vor Jahren angefangen haben, unsere Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.

Und wir müssen aufhören uns über die Menschen zu stellen!

Montag danach…

Ok, die Zeit rennt… viel geschehen, Podcasts, Orga für Altmaier-Runde, Ameliading und natürlich die Abende rund um den Verein. Ich veröffentliche den Text jetzt einfach, weil ich spüre, dass an allen Stellen ein derartiges Interesse aufkommt. Lest bitte „Zu den Waffen, Piraten!

das war jetzt der Auslöser, das noch zu veröffentlichen. Ja, vergesst den Verein, die SMV, LQFB, denn wir Piraten wissen was wir wollen. Für die Details ist später Zeit. Lasst uns jetzt zusammen laut werden, lasst uns die Landtagswahlen in NDS angehen und dann volle Kraft in den Bundestagwahlkampf!

Aber nur miteinander!

Lasst uns gemeinsam ein Wahlprogramm schreiben, ein Pad und alle schreiben mit. Wir können das. Ladet die Menschen da draußen ein, mitzumachen. Es ist unser Land und das Internet ist unser Medium. Grenzenlos muss es erhalten bleiben.

Kommt zu unserer Amelia- Mumblerunde, zeigt dass wir viele sind und es uns wichtig ist. Lasst nicht zu, dass Lobbyisten und Medien weiter Keile treiben! Und interne Keiltreiber, ignoriert sie!

PS: Und die beiden anderen Rants, wie auch tirsales bereits angekündigt bleiben auf meiner Festplatte 😉