Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat bekannt gegeben, dass die Größe der bisherigen Vorkommen von Schiefergas in Deutschland deutlich grösser sind, als bisher angenommen. So wurde bisher von einer Reserve von unkonventionellen Erdgas von 227 Milliarden Kubikmetern ausgegangen. Die neuen zahlen. Die neuen Schätzungen liegen hingegen bei 2,7 Billionen Kubikmetern Gas und übertreffen die alten Schätzungen damit um mehr als das elffache.
Schiefergas wird durch eine Fracking genannte Technologie gefördert. Dabei werden in tiefe Bohrlöcher Flüssigkeiten unter hohen Druck gepresst und damit mittels ausgelösten Mikroerdbeben unzählige Risse im gasführenden Gestein geschaffen.
Soweit das einfache Modell, denn in der Praxis gibt es vielfältige Details die deutlich komplizierter sind. So muss nicht nur die Bohrung selbst gegen den hohen Druck abgedichtet werden, sondern auch die einzelnen geologischen Schichten im Untergrund. Besonders Problematisch ist dies, da als Flüssigkeit eine Mixtur aus Wasser und rund 600 weiteren Stoffen genutzt werden, die zum Teil hochgiftig sind. Gelangt davon etwas in Grundwasser führende Schichten, wird eine unkontrollierte Verseuchung ausgelöst.
Besonders durch den Film “Gasland” wurde eine bereite Bevölkerung in ganz Deutschland für das Thema sensibilisiert und so sind auch in Thüringen inzwischen an verschiedenen Orten besonders im Norden des Landes Bürgerinitiativen entstanden. Sie wehren sich gegen die Vorhaben in ihrem Lebensumfeld. Besonders kritisch wird auch das intransparente Vorgehen der Landesregierung bei der Vergabe kritisiert.
Was dabei häufig vergessen wird ist, dass in der Diskussion um die möglichen Probleme der Verseuchung des Untergrundes nicht in der Tiefe beginnt, sondern bei dem baupraktischen Betrieb der oberirdischen Bohrstelle. Wenn derart grosse Mengen giftiger Flüssigkeit im alltäglichen Baustellenbetrieb benötigt werden, weis ich, dass dort geschlampt wird. Da werden Pumpen und Schläuche undicht und viele andere Dinge die auftreten können. Auch wird nicht nur eine Bohrung benötigt, sondern ein Netz von Bohrungen damit die Untergrund entsprechend mit Rissstrukturen versehen werden können.
Dabei verkennt die gesamte Diskussion weiter, dass weltweit noch unglaublich große Mengen Erdgas ungenutzt in die Atmosphäre geblasen. Dieses wird als “Nebenprodukt” bei der Erdölförderung einfach abgebrannt oder so abgelassen.
So wäre der erste Schritt zum Ausgleich der rückläufigen Gasfördermengen die Nutzung dieses Erdgases. Dies kann beispielsweise durch eine Verflüssigung und den Tankertransport per Schiff genutzt werden bevor man an Maßnahmen wie der Gasgewinnung aus Schiefergasvorkommen durch Fracking denkt.
Insgesamt ist Gas, ob konventionelles oder durch fracking gewonnenes unkonventionelles Erdgas, ein Übergang in eine Zeit die frei von der Nutzung fossiler Energieressourcen. Es ist ein universeller Energieträger geeignet für Stromerzeugung, ebenso wie für unser aller Mobilität. Langfristig kann das fossile Gas durch das EE-Gas ersetzt werden. So kann die heute für fossiles Gas gebaute Energieinfrastruktur für generatives Gas aus Wind- und Sonnenstrom weiter genutzt werden.


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