Teuerungsrate

Gerade zum Jahresbeginn ist wieder die Zeit der Statistiker. Folge davon sind die Berichte zu den Preissteigerungen im Alltag. Meist gibt es die offizielle Teuerungsrate die meist recht „harmlos“ daher kommt. Einzelbetrachtungen sehen da schon anders aus und aus dem Bereich von Benzin und Storm hat man sich schon fast an die hohen Prozentwerte für die Teuerung gewöhnt.
Für 2011 wurde vom Statistischen Bundesamt ein Wert von +2,3 Prozent angegeben und damit 1,1 % mehr als im Vergleich zum Vorjahreswert. Grundlage dazu ist der Warenkorb, der die unterschiedlichsten Produkte des täglichen Lebens beinhaltet und die Basis der Berechnung bildet. Aktuell bezieht sich die Basis auf das Jahr 2005.
Warum schreibe ich nun auch davon?
EIinfach, weil trotz der vielen Meldungen zum Thema völlig untergeht, wie die Preissteigerungen in der Realität bei den Leuten ankommen. Natürlich gibt es genug Haushalte denen ist es gleichgültig ob sie ein „paar Euro“ mehr für das Leben benötigen und damit ein „paar Eruo“ weniger für den dritten Urlaubsflug im Jahr haben. Jedoch gibt es viele Menschen, bei denen sieht es anders aus. Schaue ich mich im Dorf um und sehe die ALGII Leute oder auch die Alten die ihren Garten bewirtschaften, noch etwas Tierhaltung betreiben oder sogar einen kleinen Acker bewirtschaften sehe ich Menschen, die mit wenig Geld ihr Leben bestreiten.
Wie wirkt nun die Preissteigerung bei diesem Menschen?
2,3 % sollten doch auch sie verkraften können, denken jetzt sicher einige. Doch schauen wir genauer hin, sind dies genau die Personengruppen die in den Läden grundsätzlich die unteren Regalfächer nutzen, denn dort liegen die billigen Produkte, die NoNames des Handels.
Und sie kaufen auch kein Fertigfutter, sondern doch ehr die Grundlebensmittel. Nun, werfen wir auf diese mal einen Blick:

Mehl, Discountpreis in allen Läden bis ins dritte Quartal 2011 hier in Landkreis überall bei 25 Cent für ein Kilo Weizenmehl. Aktuell kostet es 45 Cent. Nudeln, 500 Gramm, Discountpreis erst 35 Cent jetzt 49 Cent. Bis auf wenige Produkte, beispielsweise Butter die von 1,15 Euro nun auf 99 Cent gefallen ist für das Pfund, sieht die Steigerungsrate bei vielen Produkten so aus.
Dies spüren die Leute in ihrem Geldbeutel und das sind keine 2,3%.

Faktoren aus dem Warenkorb wie Freizeit, Unterhaltung und Kultur, Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen fallen bei diesen Personengruppen regelmässig sowieso vollständig unter den Tisch.

So wird durch den Blick auf den statistischen Index ein Teil der Realität ausgeblendet und auch schnell vergessen, gerade von den Leuten die fern der Lebensrealität der einfachen Leute Entscheidungen fällen. Es wird Zeit für ernsthafte Gedanken zu dem Grundrecht auf sichere Existenz ohne den heute geforderten Datenstriptease und der Aufgabe aller bisherigen Errungenschaften im eigenen Leben.