Software wird bissig

Der Schultrojaner oder Copyrightscanner, also die Überwachung- und Schnüffelsoftware der Rechteverwerter, die an den Schulen automatisiert prüfen soll, ob auf Computern, die an Schulen genutzt werden, Kopien von urheberrechtlich relevanten Material gespeichert ist hilft den Lehrkräften. Klar was sonst.

Die Lehrer werden vor dem wilden Tier der Raubkopie beschützt. Sie macht es den Lehren ganz einfach, denn ab nun wissen sie, dass sie erst gar nicht verhandeln brauchen, es ist einfach unzulässig Kopien anzufertigen. Spart ja auch Arbeit. Und Bildung obendrein.

Ich frag´mich echt, spinnen die komplett?

Jeder halbwegs moderne Kopierer scannt die Vorlagen digital ein, manche speichern diese intern sogar lange Zeit.
Also, gleich weg mit den Kopieren, braucht keiner mehr. Billiger wird’s dann auch für die Schulen, so kommen dann die Millionen für die Rechteverwerter zusammen die sie jetzt bekommen sollen.

Die Bildung ist ja sowieso zu teuer.

Das Geld reicht vorne und hinten nicht. Und die Eltern wird’s auch freuen, sie sparen sich dann das Kopiergeld. Ach, bevor ichs vergesse, auch die Grünen werden glücklich sein, denn die Unmengen an gebleichten Papier, für das die Urwälder Kanadas gerodet werden sparen wir dann auch.

Kommt dann in der nächsten Runde statt Mindestlohn noch die Unterbringung der Schüler in Arbeitslagern, damit die Alleinerziehenden Eltern, die sich die altmodische Kindererziehung noch antun über die Schwelle der Armutsgrenze mit ihrem Einkommen gelangen?
Ist das der Plan hinter den Kinderaufbewahrungsangeboten, die im Westen noch so stark fehlen?

KMK-Generalsekretär Udo Michallik werde sich persönlich an die Ministerin wenden, um ihr Sinn und Zweck des Programms zu erklären, sagte eine KMK-Sprecherin. Ziel sei nicht die Überwachung der Lehrer, vielmehr sollten Schulen und Lehrer vor Raubkopien geschützt werden. Die Software habe den großen Vorteil, dass nicht jeder Lehrer einzeln mit der Verwertungsgesellschaft aushandeln müsse, ob er Lehrmaterial vervielfältigen dürfe oder nicht. Außerdem könne die Software verhindern, dass Lehrer unwissentlich gegen das Urheberrecht verstoßen.

(Spiegel online)

Kann ich eine Tabelle aus einem Schulbuch einscannen und meinen Schülern via Laptop und Beamer zeigen?
Nein. Durch das Einscannen entsteht eine digitale Kopie. Eine digitale Kopie aus Unterrichtswerken für den Unterrichtsgebrauch ist nicht gestattet.

Neben Arbeitslosen sind Personen in Haushalten von Alleinerziehenden die am stärksten armutsgefährdete soziale Gruppe in Deutschland: Bei 43 % dieser Personen lag 2009 eine Armutsgefährdung vor.

Statistisches Bundesamt Deutschland

Im Rahmen des Ausbaus einer „Infrastruktur für Familien, Kinder und Jugendliche“ müsse es einen Rechtsanspruch für alle Kinder ab einem Jahr auf eine gebührenfreie und qualitativ hochwertige Ganztagesbetreuung inklusive Essensversorgung geben, verlangen die Abgeordneten. Die Ausbildung und Qualifikation von Erziehern und Sozialpädagogen sei dementsprechend anzupassen.

Bundestag.de